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Was ist CSRD: Nachhaltigkeitsberichterstattung im Detail

Veröffentlicht am:
7/8/2024
Aktualisiert am:
9/8/2024
5 Minuten Lesezeit
Verfasst von: 
Bernd Neufert

Experte für strategische Beschaffung

Die Richtlinie über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD) schreibt eine umfassende Nachhaltigkeitsberichterstattung für europäische Unternehmen vor und erweitert den Geltungsbereich auf KMU. Die Unternehmen müssen sowohl über ökologische und gesellschaftliche Auswirkungen als auch über finanzielle Risiken berichten, wobei sie die Europäischen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESRS) befolgen und das iXBRL-Format verwenden müssen.

Was ist die CSRD?

Die CSRD erweitert die bestehende Richtlinie zur nichtfinanziellen Berichterstattung (NFRD) und führt strengere Berichtspflichten ein. Sie betrifft nicht nur große, börsennotierte Unternehmen, sondern auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Ab dem Berichtsjahr 2025 müssen große, nicht börsennotierte Unternehmen bestimmte Kriterien erfüllen: eine Bilanzsumme von mindestens 25 Millionen Euro, einen Nettoumsatz von mindestens 50 Millionen Euro oder mindestens 250 Mitarbeiter. Ab 2026 gilt die Meldepflicht auch für KMU mit einer Bilanzsumme von 450.000 Euro, einem Nettoumsatz von 900.000 Euro oder mehr als 10 Beschäftigten.

Das Prinzip der doppelten Wesentlichkeit

Ein zentrales Element der CSRD ist der Grundsatz der doppelten Wesentlichkeit. Die Unternehmen müssen sowohl über die wesentlichen Auswirkungen ihrer Tätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft („impact materiality“) als auch über die finanziellen Risiken und Chancen („financial materiality“) berichten. Das bedeutet, dass sowohl finanzielle als auch nichtfinanzielle Informationen berücksichtigt werden müssen, um ein vollständiges Bild der Unternehmensleistung zu vermitteln.

European Sustainability Reporting Standards (ESRS)

Die Berichterstattung im Rahmen der CSRD erfolgt gemäß den Europäischen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESRS), die von der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) entwickelt wurden. Diese Standards umfassen 826 obligatorische Datenpunkte und 257 fakultative Angaben, die verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit abdecken. Es gibt drei Entwürfe von Leitlinien, die Unternehmen bei der Erfüllung der Anforderungen an die Wesentlichkeitsbewertung und die Berichterstattung unterstützen sollen.

Berichterstattung im iXBRL-Format

Die CSRD schreibt vor, dass die Berichte im iXBRL-Format (Inline eXtensible Business Reporting Language) eingereicht werden müssen. Dieses Format kombiniert menschenlesbares HTML mit maschinenlesbaren Tags, die den Zahlen und Angaben eine Bedeutung zuweisen. Dies soll die Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten verbessern und die Analyse erleichtern.

Anforderungen von Audits

Die Nachhaltigkeitsberichterstattung wird Teil des Lageberichts und damit Gegenstand einer externen „ audit “. Derzeit ist eine begrenzte Sicherheit audit erforderlich, während ab 2028 eine angemessene Sicherheit audit vorgeschrieben sein wird. Diese „ audits “ stellt sicher, dass die Angaben mit der CSRD und den ESRS übereinstimmen und dass das Verfahren zur Ermittlung der berichteten Informationen ordnungsgemäß durchgeführt wurde.

5 Schritte zur erfolgreichen Umsetzung

  1. Frühzeitige Planung und Kommunikation: Integrieren Sie die Nachhaltigkeitsberichterstattung in die Unternehmensstrategie und sichern Sie sich die Unterstützung der obersten Führungsebene. Informieren Sie alle Beteiligten über die CSRD-Anforderungen und den Zeitplan für die Umsetzung.
  2. Interne Status-quo-Analyse: Ermittlung bestehender Nachhaltigkeitsmaßnahmen und Bewertung der aktuellen Unternehmenspolitik und -richtlinien.
  3. Umweltanalyse: Analysieren Sie Ihre Stakeholder, Wettbewerber und die Wertschöpfungskette, um relevante Nachhaltigkeitsprobleme zu identifizieren und gesetzliche Anforderungen zu berücksichtigen.
  4. Doppelte Wesentlichkeitsanalyse: Führen Sie eine Wesentlichkeitsanalyse gemäß den ESRS durch, um die für Ihren Bericht relevanten Themen zu ermitteln und zu bewerten.
  5. Datenerfassung und Berichterstattung: Erfassen Sie qualitative und quantitative Daten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Stellen Sie sicher, dass der Bericht in das iXBRL-Format konvertiert und einer „ audit “ unterzogen wird.

Fazit

Die CSRD bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Nachhaltigkeitsleistung zu verbessern und sich für die Zukunft zu positionieren. Eine sorgfältige Planung und frühzeitige Vorbereitung sind entscheidend, um die Anforderungen zu erfüllen und die Vorteile der neuen Berichtspflichten zu nutzen. Durch die Umsetzung der CSRD können Unternehmen die Transparenz und Vergleichbarkeit erhöhen und so zur Erreichung der Pariser Klimaziele beitragen.

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Bernd Neufert
Bernd Neufert
Experte für strategische Beschaffung

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Bernd verfügt über umfangreiche Erfahrung im strategischen Einkauf, die er durch seine Tätigkeit bei Eckes-Granini, Symrise und DuPont de Nemours erworben hat. Derzeit konzentriert er sich auf nachhaltige Beschaffung und Lieferketten und arbeitet mit dem relatico-Team zusammen, um praxisorientierte Softwarelösungen zu entwickeln. Darüber hinaus betreibt Bernd seinen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb und ist weltweit an Supply-Chain-Projekten beteiligt.