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Compliance erklärt – Was steckt hinter der Compliance in der Lieferkette?

Veröffentlicht am:
3/1/2025
Aktualisiert am:
2/1/2025
5 Minuten Lesezeit
Verfasst von: 
Bernd Neufert

Experte für strategischen Einkauf

Sichern Sie die Einhaltung deutscher Vorschriften durch effektives Risikomanagement, ethisches Handeln und KI-gestützte Tools. Vermeiden Sie Strafen, schützen Sie Ihren Ruf und fördern Sie nachhaltiges Wachstum. Die Einhaltung von Vorschriften ist nicht nur unerlässlich – sie ist Ihr Wettbewerbsvorteil.
„Die wahren Kosten der Nichteinhaltung lassen sich nicht an Geldstrafen messen, sondern am Vertrauensverlust und an verpassten Chancen.“

- Weltwirtschaftsforum

Was bedeutet „ Compliance “?

Stellen Sie sich Compliance als den „rechtlichen und ethischen Führerschein“ Ihres Unternehmens vor. Dabei geht es darum, sicherzustellen, dass Ihr Unternehmen die Regeln einhält – nicht nur intern, sondern auch im Umgang mit allen Partnern und Lieferanten weltweit. Das klingt nach viel Bürokratie (und das ist es auch), hat aber einen wichtigen Hintergrund: die Gewährleistung fairer Arbeitsbedingungen, des Umweltschutzes und der Menschenrechte überall.

Die Einhaltung der Vorschriften umfasst daher:

Einhaltung gesetzlicher Vorschriften: Beachtung nationaler und internationaler Vorschriften.

Ethik: Ausrichtung geschäftlicher Entscheidungen an Werten wie Gerechtigkeit, Verantwortung und Nachhaltigkeit.

Verantwortung: Risiken aktiv steuern und Probleme lösen.

Warum ist das so wichtig? Laut einer Studie der Internationalen Arbeitsorganisation arbeiten schätzungsweise 27,6 Millionen Menschen weltweit unter Bedingungen moderner Sklaverei – ein erschütterndes Beispiel dafür, warum die Einhaltung von Vorschriften in globalen Lieferketten dringend erforderlich ist.

LkSG – Der deutsche Weg zur Verbesserung der Lieferketten

Das Gesetz zur Sorgfaltspflicht in der Lieferkette (LkSG) ist seit 2023 in Kraft. Dieses Gesetz ist ein wichtiger Schritt hin zu fairen und nachhaltigen Lieferketten.

Aber was bedeutet das konkret?

Wer ist davon betroffen?

Ab 2023: Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitern.

Ab 2024: Auch Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten.

Außerdem: indirekt auch alle Lieferanten dieser Unternehmen, da auch sie die Anforderungen erfüllen müssen.

Was sollten Unternehmen tun?

Um eine robuste Compliance-Struktur zu gewährleisten, richten Sie ein umfassendes Risikomanagementsystem ein – eine Art„Frühwarnsystem“, mit dem potenzielle Probleme erkannt werden können, bevor sie sich verschlimmern. Führen Sie regelmäßig umfassende Überprüfungen durch, um Schwachstellen in Ihrer Lieferkette zu identifizieren. Durch proaktive Vorsichtsmaßnahmen können Sie Risiken wirksam minimieren, bevor sie eintreten. Sollten Herausforderungen auftreten, handeln Sie schnell, um diese anzugehen und zu lösen. Denken Sie daran, dass eine lückenlose Dokumentation unerlässlich ist – dokumentieren Siejeden Schritt sorgfältig.

Was passiert bei Verstößen?

Die Nichteinhaltung der Vorschriften kann schwerwiegende Folgen haben, darunter Geldstrafen in Höhe von bis zu 2 % des weltweiten Jahresumsatzes, was verheerende Auswirkungen haben kann. Neben den finanziellen Sanktionen stellt auch der Rufschaden ein erhebliches Risiko dar. Ein bemerkenswertes Beispiel ist die Reaktion, mit der ein bekannter Modeeinzelhändler konfrontiert war, nachdem er seine Sorgfaltspflicht verletzt hatte, was zu öffentlicher Kritik und einem Vertrauensverlust bei den Verbrauchern führte.

Indem Sie der Einhaltung von Vorschriften Priorität einräumen, schützen Sie Ihr Unternehmen nicht nur finanziell, sondern stärken auch dessen Ruf und operative Integrität.

CSDDD – Europa macht sich mobil

Die EU plant mit der Richtlinie zur Sorgfaltspflicht von Unternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit (Corporate Sustainability Due Diligence Directive, CSDDD) eine noch umfassendere Regelung. Dieses Gesetz geht über das deutsche LkSG hinaus und könnte 2025 in Kraft treten.

Was steht den Unternehmen bevor?

Betrifft weitere Unternehmen:

Großunternehmen in der EU (mehr als 500 Mitarbeiter, mehr als 150 Millionen Euro Umsatz).

Unternehmen aus dem Risikobereich (>250 Mitarbeiter, >40 Millionen Euro Umsatz).

Neue Anforderungen:

Klimaschutzpläne: Unternehmen sollten konkrete Ziele zur Verringerung ihres CO2-Fußabdrucks festlegen.

Persönliche Haftung: Die Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder können für Verstöße persönlich haftbar gemacht werden.

Erweiterte Sorgfaltspflicht: Noch strengere Anforderungen entlang der gesamten Lieferkette.

So gelingt die Einhaltung von Vorschriften

Keine Panik! Mit einer gut durchdachten Strategie und den richtigen Tools können Sie die Compliance-Anforderungen bewältigen. Hier finden Sie einen Leitfaden:

Das Wichtigste:

Ein robustes Compliance-System beginnt mit strukturierten Prozessen, die Transparenz in allen Geschäftsabläufen schaffen. Unternehmen müssen klare Arbeitsabläufe und Zuständigkeiten festlegen und gleichzeitig alle Compliance-Aktivitäten detailliert dokumentieren.

Die Überwachung der Lieferkette erfordert die Bewertung der direkten Lieferanten und ihrer Subunternehmer. Regelmäßige Audits und Risikobewertungen auf allen Ebenen tragen dazu bei, mögliche Compliance-Probleme zu erkennen, bevor sie sich verschlimmern.

Digitale Plattformen und KI-gestützte Tools ermöglichen eine effiziente Überwachung und die Erkennung von Verstößen in Echtzeit. Diese Lösungen vereinfachen Compliance-Prozesse und bieten sofortigen Zugriff auf wichtige Unterlagen.

Die Schulung der Mitarbeiter bildet die Grundlage für die Einhaltung der Vorschriften. Regelmäßige Schulungen stellen sicher, dass die Teams die aktuellen Vorschriften verstehen und mögliche Verstöße erkennen können. Gut informierte Mitarbeiter treffen bessere Entscheidungen und gewährleisten die Einhaltung der Vorschriften.

Die umfassende Dokumentation erfasst alle Compliance-Aktivitäten, von Schulungsunterlagen bis hin zu Auditergebnissen. Standardisierte Verfahren und eine sichere digitale Speicherung gewährleisten die Führung präziser und leicht zugänglicher Aufzeichnungen zur Erfüllung gesetzlicher Anforderungen und zur Prozessoptimierung.

Der wichtigste Teil

Compliance ist wie eine Versicherung: Manchmal ist sie lästig, aber wenn es darauf ankommt, ist man froh, sie zu haben. Natürlich kostet das alles Geld und Zeit, aber die Alternative (Strafen, Reputationsschäden, Kundenverlust) ist weitaus teurer.

„Unternehmen, die ethische und nachhaltige Standards in ihrer Lieferkette umsetzen, sind für die Zukunft besser aufgestellt.“

- Transparency International

Was haben Sie davon?

Die Umsetzung solider Compliance-Maßnahmen bietet zahlreiche strategische Vorteile. Unternehmen gewinnen Rechtssicherheit und reduzieren regulatorische Risiken sowie mögliche Sanktionen erheblich. Eine solide Compliance-Bilanz stärkt den Ruf, da Kunden heutzutage aktiv nach verantwortungsbewussten Geschäftspartnern suchen. Dies führt zu nachhaltigeren Lieferketten, was sowohl der Umwelt als auch dem Markenwert zugutekommt. Noch wichtiger ist, dass umfassende Compliance zu einem Wettbewerbsvorteil wird und Unternehmen dabei hilft, bevorzugte Partnerschaften und neue Geschäftsmöglichkeiten zu sichern. Im aktuellen regulatorischen Umfeld geht es bei effektiver Compliance nicht nur darum, Regeln zu befolgen – es geht darum, die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens zu stärken.

Wie Relatico hilft

Die Plattform von Relatico vereinfacht die Einhaltung von Vorschriften in der Lieferkette durch umfassende digitale Lösungen. Unser integriertes System vereint Lieferantenmanagement, KI-gestützte Risikobewertung und zentralisierte Dokumentation auf einer einzigen Plattform. Echtzeit-Überwachung und automatisierte Analysen gewährleisten vollständige Transparenz in der Lieferkette und reduzieren den manuellen Aufwand. Mit Relatico verwandeln Unternehmen Compliance-Herausforderungen in Chancen für nachhaltiges Wachstum und operative Exzellenz.

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Bernd Neufert
Bernd Neufert
Experte für strategischen Einkauf

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Ich würde mich freuen, mehr über Ihre Herausforderungen zu erfahren und Ihnen zu zeigen, wie unsere Softwarelösungen Ihnen helfen können.

Bernd verfügt über umfangreiche Erfahrung im strategischen Einkauf, die er während seiner Tätigkeit bei Eckes-Granini, Symrise und DuPont de Nemours gesammelt hat. Derzeit konzentriert er sich auf nachhaltige Beschaffung und Lieferketten und arbeitet gemeinsam mit dem Team von relatico an der Entwicklung praxisorientierter Softwarelösungen. Darüber hinaus führt Bernd seinen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb und ist weltweit an Projekten im Bereich Lieferketten beteiligt.