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DORA ist da: Ein umfassender Leitfaden zu den Auswirkungen auf Unternehmen

Veröffentlicht am:
17/10/2024
Aktualisiert am:
17/10/2024
5 Minuten Lesezeit
Verfasst von: 
Bernd Neufert

Experte für strategische Beschaffung

Erfahren Sie, wie sich die regulatorischen Anforderungen von DORA auf Finanzinstitute auswirken und wie Lieferantenmanagement-Plattformen wie Relatico die Einhaltung dieser Vorschriften vereinfachen können. Entdecken Sie, wie Relatico dabei hilft, den Dokumentenumlauf zu optimieren, die Vorbereitung auf Audits sicherzustellen und die Einhaltung der DORA-Vorschriften zum Risikomanagement bei Drittanbietern zu gewährleisten.

Das Gesetz zur digitalen operativen Widerstandsfähigkeit (DORA) soll den Ansatz des Finanzsektors in Bezug auf Cybersicherheit und operatives Risikomanagement grundlegend verändern. Die DORA, die von der Europäischen Union als Verordnung (EU) 2022/2554 verabschiedet wurde, zielt darauf ab, die digitale operative Widerstandsfähigkeit von Finanzinstituten in ganz Europa zu stärken. Sie gewährleistet, dass der Finanzsektor – einschließlich Banken, Versicherungsgesellschaften, Wertpapierfirmen und Anbieter kritischer Dienstleistungen für Dritte – gut gerüstet ist, um den Risiken im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), einschließlich Cyberbedrohungen, zu begegnen.

Mit dem vollständigen Inkrafttreten der DORA am 17. Januar 2025 müssen sich Finanzinstitute darauf vorbereiten, deren strenge Anforderungen zu erfüllen. Doch was genau ist die DORA und wie wird sie sich auf Unternehmen der Finanzbranche auswirken?

Was ist DORA?

DORA ist ein umfassender Rechtsrahmen, dessen Ziel es ist, die digitale Betriebsresilienz der Finanzinstitute in der EU zu verbessern. Zu diesem Zweck konzentriert er sich auf sechs Schlüsselbereiche:

  1. IT-Risikomanagement
    Die DORA schreibt vor, dass alle Finanzinstitute solide Rahmenbedingungen für das IT-Risikomanagement anwenden müssen. Dies beinhaltet die Identifizierung, Bewertung und Minderung von Risiken im Zusammenhang mit Informations- und Kommunikationstechnologien. Von Cyberangriffen bis hin zu Ausfällen von IT-Systemen müssen die Institute darauf vorbereitet sein, eine breite Palette möglicher Störungen zu bewältigen.



  2. Meldung und Bearbeitung von Vorfällen
    Die Institute müssen ihren nationalen Aufsichtsbehörden wesentliche IKT-bezogene Vorfälle melden und dabei sicherstellen, dass ein standardisierter Ansatz für die Einstufung von Vorfällen, die Meldefristen und die Abhilfemaßnahmen vorliegt. Dies sorgt für mehr Transparenz und ermöglicht es den Aufsichtsbehörden, sich in Echtzeit einen Überblick über aufkommende Bedrohungen im gesamten Finanzsektor zu verschaffen.


  3. Operative Stresstests
    DORA führt erweiterte Testanforderungen ein, darunter bedrohungsorientierte Penetrationstests (TLPT). Diese Tests simulieren reale Cyberangriffe und stellen sicher, dass Finanzinstitute auch ausgeklügelten Cyberbedrohungen standhalten können. Diese Übungen müssen von unabhängigen Spezialisten durchgeführt werden, um zu gewährleisten, dass die Systeme strengen Tests unterzogen werden.


  4. Risikomanagement bei Dritten
    Ein wesentlicher Bestandteil von DORA ist das Risikomanagement bei Dritten, insbesondere im Hinblick auf die von Drittanbietern erbrachten IKT-Dienstleistungen. Finanzinstitute müssen sicherstellen, dass ihre Verträge mit IKT-Anbietern spezifische Klauseln in Bezug auf Ausfallsicherheit, Service-Levels und die Reaktion auf Vorfälle enthalten.



  5. Aufsicht über kritische IKT-Anbieter
    Die DORA führt einen Rechtsrahmen für die Beaufsichtigung kritischer IKT-Anbieter (CTPP) ein. Dabei handelt es sich um Dienstleister wie Cloud-Computing-Plattformen oder IT-Infrastrukturdienste, die für den Betrieb des Finanzsektors von entscheidender Bedeutung sind. Die DORA ermächtigt nationale und EU-Aufsichtsbehörden, die Widerstandsfähigkeit dieser Anbieter zu überwachen und die Einhaltung der entsprechenden Vorschriften durchzusetzen.


  6. Informationsaustausch und Koordinierung
    DORA ermutigt Finanzinstitute dazu, Informationen über Cyberbedrohungen und bewährte Verfahren auszutauschen, und fördert so einen kooperativen Ansatz zur Abwehr von Cyberrisiken. Die Institute müssen zudem an Cyber-Krisen- und Notfallübungen teilnehmen, um koordinierte Reaktionen auf groß angelegte Cybervorfälle zu simulieren.

Wen betrifft das DORA?

DORA gilt für eine Vielzahl von Unternehmen des Finanzsektors in der EU. Dazu gehören:

  • Banken und Kreditinstitute
  • Investmentgesellschaften
  • Versicherungs- und Rückversicherungsgesellschaften
  • Zahlungsdienstleister und E-Geld-Institute
  • Zentrale Gegenbuchungen
  • Handelszentren
  • Anbieter von Datenmeldediensten
  • Anbieter von Krypto-Asset-Dienstleistungen
  • Und viele weitere Infrastrukturen der Finanzmärkte.

Darüber hinaus betrifft die DORA auch externe IKT-Dienstleister, die kritische digitale Dienste für Finanzinstitute bereitstellen, wie beispielsweise Cloud-Plattformen, Datenverwaltungsdienste und Anbieter von Cybersicherheitslösungen. Diese Anbieter unterliegen einer direkten behördlichen Aufsicht, wenn sie als kritisch für das Finanzökosystem eingestuft werden.

Warum ist DORA wichtig?

El DORA befasst sich mit der zunehmenden Abhängigkeit des Finanzsektors von digitalen Technologien, die die Unternehmen anfällig für Cyberangriffe, IT-Ausfälle und Betriebsstörungen macht. Finanzdienstleistungen sind für die Wirtschaft von entscheidender Bedeutung, und Störungen können weitreichende Folgen haben – von finanziellen Verlusten bis hin zu Reputationsschäden.

Die COVID-19-Pandemie hat die Bedeutung der digitalen Resilienz deutlich gemacht, da sich Telearbeit, Online-Banking und digitale Finanztransaktionen zunehmend durchgesetzt haben. Vor diesem Hintergrund gewährleistet die DORA, dass der Finanzsektor auch angesichts der wachsenden Risiken im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) die Kontinuität seiner Geschäftstätigkeit und die operative Stabilität aufrechterhalten kann.

Angesichts der Zunahme der Cyberkriminalität und der zunehmenden Raffinesse von Cyberangriffen haben die Aufsichtsbehörden zudem die Notwendigkeit strengerer und standardisierter Maßnahmen zum Schutz der Finanzsysteme erkannt. Die DORA soll den erforderlichen Rechtsrahmen schaffen, um diese Schutzmaßnahmen durchzusetzen.

So bereitet man sich auf den DORA vor

Da der Zeitpunkt des Inkrafttretens der DORA näher rückt, müssen Finanzinstitute jetzt Maßnahmen ergreifen, um die Einhaltung der Vorschriften sicherzustellen. Hier sind einige wichtige Schritte zur Vorbereitung:

  1. Bewertung der aktuellen Rahmenbedingungen für das IT-Risikomanagement
    Überprüfung der bestehenden Risikomanagementprotokolle und Sicherstellung, dass diese den Anforderungen der DORA entsprechen. Dazu gehört die Aktualisierung der Richtlinien zur IT-Risikobewertung, zum Vorfallmanagement und zu den Meldeverfahren.
  2. Aktualisierung der Verfahren zur Meldung von Vorfällen
    Entwicklung oder Verbesserung der Mechanismen zur Meldung von Vorfällen, um die von der DORA festgelegten Standards zu erfüllen. Dazu gehört, sicherzustellen, dass Ihre Einrichtung IKT-bezogene Vorfälle zeitnah und präzise klassifizieren, nachverfolgen und melden kann.
  3. Führen Sie operative Stresstests durch
    Falls noch nicht geschehen, starten Sie bedrohungsorientierte Penetrationstests (TLPT), um reale Cyberbedrohungen zu simulieren. Finanzinstitute sollten ihre Systeme zudem regelmäßig testen, um mögliche Schwachstellen zu identifizieren und sicherzustellen, dass geeignete Maßnahmen zur Risikominderung ergriffen werden.
  4. Das Risikomanagement in Bezug auf Dritte verstärken
    Die Verträge mit Anbietern kritischer IT-Dienstleistungen überprüfen und sicherstellen, dass sie Klauseln zur Ausfallsicherheit und zum Vorfallmanagement enthalten. Die DORA verlangt von den Institutionen klare Bestimmungen darüber, wie IT-Dienstleister Vorfälle handhaben und melden.
  5. Verfolgen Sie dieaktuellen regulatorischen Entwicklungenunter
    . Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen bei Aufsichtsbehörden wie
    der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA), der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) und der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA). Diese Behörden werden technische Standards und Leitlinien veröffentlichen, in denen die Anwendung der DORA genauer definiert wird.
  6. Nehmen Sie an Cyber-Krisenübungen teil
    Nehmen Sie an koordinierten Cyber-Krisen- und Notfallübungen teil, um die Fähigkeit Ihrer Institution zur Reaktion auf groß angelegte Cyber-Bedrohungen auf die Probe zu stellen. Diese Übungen sind von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass Finanzinstitute bei grenzüberschreitenden Cyber-Vorfällen effektiv zusammenarbeiten können.

Die Rolle der Technologie bei der Einhaltung der DORA-Vorschriften

Die Umsetzung der DORA-Anforderungen wird erhebliche Investitionen in technologische Lösungen erfordern, die die Cybersicherheit, das Risikomanagement und die Meldung von Vorfällen verbessern. Zwar müssen sich Finanzinstitute auf ein solides IT-Risikomanagement konzentrieren, doch ist es ebenso entscheidend, sicherzustellen, dass externe Anbieter die Vorschriften einhalten. Lieferantenmanagement-Plattformen wie Relatico tragen zur Beschleunigung des Prozesses bei, indem sie die Nachverfolgung von Dokumenten und Zertifizierungen vereinfachen.

Mit Relatico können Lieferanten die erforderlichen Dokumente und Zertifikate ganz einfach hochladen, sodass die Institutionen stets einen klaren Überblick darüber behalten, was noch fehlt oder aktualisiert werden muss. Dies gewährleistet die Vorbereitung auf Audits und Konformitätsprüfungen und verringert den Aufwand, die strengen DORA-Anforderungen für Dritte einzuhalten. Durch die Führung vollständiger und aktueller Aufzeichnungen können Finanzinstitute einfachere Audits und schnellere Compliance-Prozesse gewährleisten.

Schlussfolgerungen: Sich auf eine digital widerstandsfähige Zukunft vorbereiten

Während sich die Finanzinstitute auf die Frist im Januar 2025 vorbereiten, stellt die DORA eine bedeutende Veränderung in der Art und Weise dar, wie die Branche mit der digitalen Betriebsresilienz umgeht. Durch die Einführung standardisierter Vorschriften für das IT-Risikomanagement, die Meldung von Vorfällen und die Überwachung durch Dritte stellt die DORA sicher, dass das Finanzsystem besser gerüstet ist, um den wachsenden Bedrohungen des heutigen digitalen Zeitalters zu begegnen.

Für Unternehmen der Finanzbranche ist es an der Zeit, zu handeln. Der Einsatz von Lösungen wie Relatico zur Verwaltung von Lieferantendokumenten und -bescheinigungen kann den Compliance-Prozess vereinfachen und sicherstellen, dass Ihr Unternehmen stets auf Audits vorbereitet ist und die Anforderungen der DORA erfüllt.

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Bernd Neufert
Bernd Neufert
Experte für strategische Beschaffung

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Bernd verfügt über umfangreiche Erfahrung im Bereich strategischer Übernahmen, die er während seiner Tätigkeit bei Eckes-Granini, Symrise und DuPont de Nemours gesammelt hat. Derzeit konzentriert er sich auf nachhaltige Beschaffung und Lieferketten und arbeitet gemeinsam mit dem Team von relatico an der Entwicklung praxisorientierter Softwarelösungen. Darüber hinaus leitet Bernd sein eigenes landwirtschaftliches Unternehmen und ist an weltweiten Projekten im Bereich Lieferketten beteiligt.